Maler
* 5. April 1691 Wangen
† 15.April 1757 Konstanz
Der "schwäbische El Greco", wie ein
englisches Kunstlexikon den Maler
Franz Joseph Spiegler nennt, hat
zwischen 1747 und 1751 seinen
künstlerischen Höhepunkt erreicht
und fand europaweit Beachtung.
1691 in Wangen im Allgäu geboren,
erhielt er nach Absolvierung der Lehre
bei seinem Stiefvater Judas Thadäus
Sichelbein die Ausbildung bei Hofmaler
Johann Kaspar Sing in München und
malte ab 1712 für verschiedene
Auftraggeber, so vor allem auch für
die Benediktiner in Ottobeuren, wohin
ihn sein Landsmann und Abt Rupert II.
Neß holte.
Die dort erbrachte Leistung überzeugte
und Spieglers Ruf wurde an weitere
Benediktinerklöster in St. Blasien,
St. Peter, Zwiefalten, Engelberg,
Ochsenhausen und Muri in der Schweiz
weitergereicht. Auch malte er für die
Damenstifte in Lindau und Säckingen.
Am 12. November 1726 heiratete der
35jährige Künstler. Spätestens im
Herbst 1727, zur Geburt des ersten von
elf Kindern, zog das Ehepaar Spiegler
nach Riedlingen um, wo es bis zum
Weggang nach Konstanz im Jahre
1752 wohnen blieb.
Alle Kinder kamen hier zur Welt,
mindestens sieben starben im
Kindesalter in Riedlingen.
Hier traf der große Meister mit dem
jungen Genius Johann Joseph
Christian (1706-1777) aus dem Bereich
der Bildhauerei zusammen.
Beide Künstler leisteten vor allem bei
der Ausgestaltung der Klosterkirche
Zwiefalten Großartiges.
Mit seinem grandiosen, 500 Quadratmeter
großen Fresko im Zwiefalter Langhaus
der Klosterkirche, das Spiegler im Alter
von sechzig Jahren malte, erreichte er
einen absoluten Höhepunkt seines
Schaffens.
Franz Joseph Spiegler starb am
15. April 1757 in Konstanz.
Foto und Text: Winfried Aßfalg
Franz Joseph Spiegler (1691 - 1757)